Nervensystem
Bei psychotischen Störungen

Wie kann die Schizophrenie behandelt werden?
Schizophrenie kann derzeit nicht geheilt werden und kann eine lebenslange Behandlung erfordern, denn auch wenn die Symptome nachgelassen haben. Mit einer individuell angepassten Kombination aus Sozialtherapie, Psychotherapie und Medikamenten können die meisten Menschen mit Schizophrenie ihre Symptome jedoch unter Kontrolle halten.

Die Schizophrenie ist eine psychische Störung, die die Interpretation der Realität verfälscht. Der Zustand kann zu einer Kombination aus Halluzinationen, Wahnvorstellungen und gestörtem Denken und Verhalten führen, die die alltäglichen Aktivitäten beeinträchtigen.

Der Verlauf ist in der Regel langsam und die ersten Anzeichen können schon im Jugendlichen Alter auftreten. Unterstützende Massnahmen, Psychotherapie und die Anwendung bestimmter Medikamente sind wichtige Komponenten des Behandlungsplans und eine frühzeitige Abklärung kann helfen, die Symptome vor dem Auftreten von Komplikationen unter Kontrolle zu bringen und die Langzeitprognose zu verbessern.

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Was sind die Ursachen der Schizophrenie?

Die exakte Ursache der Schizophrenie ist noch nicht eindeutig geklärt, sie ist jedoch sehr wahrscheinlich mit einer Kombination aus genetischen, neurologischen und umweltbedingten Faktoren verbunden. Schizophrenie kann in Familien vorkommen; leidet ein direkter Angehöriger an Schizophrenie, dann besteht es ein etwa 10-mal höheres Risiko (10%) als in der Allgemeinbevölkerung (1%), Störungen zu entwickeln. Probleme, die vor, während oder nach der Geburt auftreten, darunter Infektionen und Fehlernährung während der Schwangerschaft, Sauerstoffmangel bei der Geburt und niedriges Geburtsgewicht können die Anfälligkeit für Schizophrenie ebenfalls erhöhen. Zu den möglichen Umweltfaktoren gehört zudem der regelmässige Konsum von psychoaktiven Substanzen, einschliesslich Cannabis, in der frühen Jugend.

Studien haben darauf hingewiesen, dass ein Ungleichgewicht zwischen einigen Neurotransmittern (körpereigene Substanzen, die von den Nervenzellen für die Kommunikation untereinander verwendet werden) im Gehirn die molekulare Ursache für schizophrenformer Symptome sein könnte.

 

Wie äussert sich die Schizophrenie?

Der Schweregrad der Symptome variiert von Person zu Person und häufig wird ein Abwechseln von Phasen mit starken und geringen bis gar keinen Symptomen beobachtet. Im Allgemeinen werden die Symptome kategorisiert als: positiv, negativ, desorganisiert und kognitiv. Die Patienten können Anzeichen nur einer oder aller Kategorien aufweisen.

Positive Symptome – Sind Veränderungen im Verhalten oder in den Gedanken, die der normalen Wahrnehmung der Realität „hinzugefügt“ werden.

  • Halluzinationen – Die häufigste Halluzination ist das Hören von Stimmen. Untersuchungen des Gehirns haben eine veränderte Funktionalität in Arealen gezeigt, die mit Sprache und Sprechen assoziiert sind. Auditive Halluzinationen sind also für die Person, die sie erlebt, sehr real.
  • Wahnvorstellung – Ist eine Überzeugung, die auf einer unrealistischen Interpretation beruht und das Verhalten beeinflussen kann. Eine Person mit Wahnvorstellungen kann glauben, dass sie verfolgt wird oder andere Bedeutungen in alltäglichen Ereignissen und Geschehnissen sehen.
  • Denkstörungen – Bestehen in Schwierigkeiten, den Überblick über Gedanken zu behalten. Es entstehen als Folge willkürliche Assoziationen von Ideen, die die Interaktion mit anderen Menschen schwierig zu verstehen machen kann.
    Abnormales Verhalten – Kann von einem der Situation unangemessenen Verhalten bis hin zu Unruhe und übermässigen Bewegungen reichen.

 

Negative Symptome – Beziehen sich auf eine eingeschränkte Funktionsfähigkeit und treten oft mehrere Jahre vor der Manifestation der ersten akuten schizophrenen Episoden auf. Negative Symptome können daher ein früher Indikator sein, um eine medizinische Abklärung in Betracht zu ziehen und umfassen:

  • Interessen- und Motivationsverlust für Aktivitäten, Beziehungen und das Leben allgemein
  • Mangel an Emotionen
  • Sozialer Rückzug und sich bei Menschen unwohl fühlen

Schizophrenie wird typischerweise in den 20er Jahren diagnostiziert. Einige Anzeichen wie Rückzug von Freunden und Familie, Reizbarkeit oder depressive Stimmung und ein Leistungsabfall in der Schule können bereits bei Jugendlichen vorhanden sein, allerdings kann die Erkrankung schwieriger zu erkennen sein, da Verhaltensänderungen während der Pubertät üblich sind.

 

Wie kann die Schizophrenie behandelt werden?

Schizophrenie kann derzeit nicht geheilt werden und kann eine lebenslange Behandlung erfordern, denn auch wenn die Symptome nachgelassen haben. Mit einer individuell angepassten Kombination aus Sozialtherapie, Psychotherapie und Medikamenten können die meisten Menschen mit Schizophrenie ihre Symptome jedoch unter Kontrolle halten.

Pharmakotherapie – Spezifische Medikamente, die Neuroleptika genannt werden, sind wirksam bei der Behandlung der Symptome der Schizophrenie. Sie wirken, indem sie die Aktivität bestimmter Neurotransmitter im Gehirn regulieren, vor allem Dopamin und Serotonin.

Der Arzt bzw. die Ärztin kann im Laufe der Behandlung verschiedene Medikamente oder Kombinationen ausprobieren, um das optimale Ergebnis zu erzielen. Das Ziel der Behandlung sollte eine zufriedenstellende Reduzierung der Symptome, die Vermeidung von Rückfällen und die Minimierung der Nebenwirkungen der Medikamente sein. Wichtig ist auch, dass der Betroffene sich an die Behandlung hält, denn Medikamente sind nur wirksam, wenn sie wie vorgeschrieben eingenommen werden.

  • Typische Neuroleptika – Sind die erste Generation und die ältesten Moleküle, die für die Behandlung der Schizophrenie indiziert sind. Beispiele sind die Wirkstoffe Haloperidol und Chlorprothixen und als Nebenwirkung können diese unter anderem unwillkürliche Bewegungen verursachen (Dyskinesie).
  • Atypische Neuroleptika – Diese neueren Medikamente der zweiten Generation werden in der Regel bevorzugt, da sie ein geringeres Risiko für schwere Nebenwirkungen aufweisen als die erste Generation. Sie können jedoch zu Gewichtszunahme und vorübergehenden Stoffwechselstörungen führen. Medikamente, die zu dieser Klasse gehören, sind unter anderem Aripiprazol, Olanzapin und Risperidon.

 

Unterstützungsmassnahmen – Nach Abklingen der akuten Symptome sind neben der Fortsetzung der medikamentösen Behandlung auch psychologische und soziale Interventionen wichtig. Dazu gehören zum Beispiel individuelle Psychotherapie zur Normalisierung des Denkens und Frühwarnzeichen für einen Rückfall erkennen lernen, soziales Training zur Erleichterung der Interaktion mit anderen Menschen und Hilfe bei beruflichen Aspekten. Die Familien der Betroffenen sollten ebenfalls in die Behandlungsstrategie einbezogen werden, damit sie angemessen unterstützt und über die Krankheit informiert werden. Die durch Schizophrenie verursachten Verhaltensweisen können fälschlicherweise als absichtlich und unhöflich interpretiert werden und schwerwiegende Folgen für zwischenmenschliche Beziehungen haben.

Gesunder Lebensstil – Körperliche und geistige Gesundheit sind eng miteinander verbunden. Die Wahl gesunder Gewohnheiten kann dazu beitragen, die Behandlungsergebnisse zu verbessern und das Auftreten zahlreicher anderer Krankheiten zu vermeiden.

  • Ernährung – Vollkornprodukte, Obst und Gemüse bevorzugen und den Verzehr von raffinierten Lebensmitteln, die besonders viel Fett und Zucker enthalten, reduzieren. In den letzten Jahrzehnten haben Studien über kausale Auswirkungen der Darmflora auf das Gehirn und das Verhalten berichtet (so genannte «Darm-Hirn-Achse»). Eine ausgewogene Ernährung verringert zudem das Risiko, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselstörungen zu entwickeln.
  • Sport treiben – Es reduziert den Stress und verstärkt die Motivation, weitere Aktivitäten zu unternehmen. Regelmässige Bewegung hat zahlreiche positive Auswirkungen auf die geistige und körperliche Gesundheit.
  • Alkohol-, Nikotin- und Drogenkonsum vermeiden – Psychoaktive Substanzen können die Behandlung der Schizophrenie schwieriger machen und Wechselwirkungen mit den Medikamenten verursachen. Die Aufgabe des Rauchens während der Anwendung von Neuroleptika sollte mit dem Arzt bzw. der Ärztin besprochen werden, da eine Dosisanpassung erforderlich sein könnte.

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