Herz/Kreislauf
Bei Bluthochdruck

Welche sind die Symptome eines erhöhten Blutdrucks?
Eine arterielle Hypertonie verläuft meist asymptomatisch, selbst wenn die Werte gefährlich hoch sind; manchmal können jedoch unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Erschöpfung, Nervosität oder Kurzatmigkeit auftreten.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die häufigste Todesursache in der modernen Gesellschaft und machen mehr als 30% der Fälle aus. Dieser Überbegriff umfasst Erkrankungen des Herzens sowie der Blutgefässe, die das Gehirn, die Arme und Beine und den Herzmuskel selbst versorgen.

Viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind direkt mit einem hohen Blutdruck verbunden und durch die rechtzeitige Behebung verhaltensbedingter Risikofaktoren und wenn nötig durch den Einsatz von Medikamenten lassen sich mögliche schwere Komplikationen oft vorbeugen. Regelmässige Kontrollen sind empfehlenswert, da sich organische Schäden und Änderungen meistens über einen langen Zeitraum entwickeln und in den frühen Stadien oft asymptomatisch sind.

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Wie ist Bluthochdruck definiert und wie wird er gemessen?

Auch arterielle Hypertonie genannt, bezieht sich auf einen Blutdruck gleich oder höher als 140/90 mmHg. Man schätzt, dass zwischen 30 und 45% der Erwachsenen an Bluthochdruck leiden, und die Prävalenz steigt mit zunehmendem Alter stark an.

Der Blutdruck hängt sowohl von der vom Herzen gepumpten Blutmenge als auch von dem Widerstand ab, auf den das Blut in den Arterien trifft. Je mehr Blut das Herz pumpt und je enger die Arterien sind, desto höher ist der Blutdruck und umgekehrt.

Die Messungen werden in zwei Werte angegeben:

  • Systolischer Blutdruck - Ist der höhere Wert, maximaler Blutdruckwert in der Herzauswurfphase (Systole).
  • Diastolischer Blutdruck - Ist der niedrigere Wert, minimaler Wert in der Herzfüllungsphase (Diastole).

 

Der Blutdruck kann bequem zu Hause mit einem automatischen Blutdruckmessgerät gemessen werden. Am besten eignet sich eine ruhige Umgebung, in der man mindestens 3 Minuten sitzen sollte, bevor man die Messung durchführt. Die Manchette wird auf Herzniveau um den Oberarm gewickelt, idealerweise direkt auf der Haut, und um ein möglichst zuverlässiges Ergebnis zu erhalten, sollte die Messung dreimal durchgeführt werden, wobei das erste Ergebnis zu verwerfen ist und das zweite und dritte gemittelt werden. Damit die täglich gemessenen Werte dann auch miteinander vergleichbar sind, sollte die Messung immer zur gleichen Uhrzeit erfolgen da der zirkadiane Zyklus natürliche Schwankungen des Blutdrucks verursacht. Darüber hinaus können auch Mahlzeiten, Medikamente, körperliche Aktivität und emotionaler Stress einen Einfluss ausüben. Ein Blutdrucktagebuch wird empfohlen, um die Entwicklung zu überwachen und dem Arzt bzw. der Ärztin bei der Auswahl der am besten geeigneten Behandlung zu helfen.

 

Warum stellt Bluthochdruck ein Risiko dar?

Der übermässige Druck auf die Arterienwände kann Blutgefässe und andere wichtige Organe schädigen. Die Massnahmen zur Senkung des Blutdrucks zielen also darauf ab, schwerwiegende Langzeitfolgen zu verhindern.

Mögliche Komplikationen des Bluthochdrucks sind:

Koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt oder Schlaganfall - Hoher Blutdruck kann zu einer Verhärtung und Verdickung der Arterien (Atherosklerose) führen, was wiederum das Lumen der Gefässe verringert und das Risiko eines Verschlusses durch ein Gerinnsel erhöht.

Linksventrikuläre Hypertrophie - Der grössere Widerstand, auf den das Blut in den Arterien stösst, zwingt das Herz zu einer stärkeren Kontraktion. Diese Belastung führt zu einer Verdickung der Muskelwand des linken Ventrikels, wodurch das Blutvolumen, das mit jedem Schlag gepumpt ist, kleiner wird.

Niereninsuffizienz - Beschädigte und verengte Blutgefässe in den Nieren können verhindern, dass diese normal funktionieren.

Aneurysma - Ein erhöhter Blutdruck auf die Gefässwand kann diese schwächen und eine irreversible Aufweitung verursachen. Die Ruptur eines Aneurysmas kann lebensbedrohlich sein.

Demenz - Verengte oder verstopfte Arterien schränken die Blutzufuhr zum Gehirn ein und können zu einer bestimmten Art von Demenz, der so genannten vaskulären Demenz, führen.

 

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren für Bluthochdruck?

Die arterielle Hypertonie kann in zwei Kategorien eingeteilt werden:

Primäre Hypertonie - Auch als essentielle Hypertonie bekannt, liegt vor, wenn der abnormal hohe Blutdruck nicht die Folge einer medizinischen Erkrankung ist. Diese Form des Bluthochdrucks ist häufig auf Übergewicht, familiäre Faktoren und/oder bestimmte Lebensgewohnheiten zurückzuführen und lässt sich in den meisten Fällen mit Lebensweiseanpassungen und wenn nötig mit Medikamenten gut behandeln.

Sekundäre Hypertonie - Wird durch eine zugrundeliegende Erkrankung oder bestimmte Medikamente induziert. Nierenerkrankungen, Schilddrüsen- oder Nebennierenproblemen, Antibabypillen und einige Erkältungsmittel sind mögliche Ursachen. Die sekundäre Hypertonie tritt meist plötzlich auf und verursacht einen höheren Blutdruck als die essentielle Hypertonie. Darüber hinaus weist sie eine grössere Resistenz gegenüber der Therapie mit blutdrucksenkenden Medikamenten und einen fehlenden Druckabfall während der Nacht auf.

Zahlreiche modifizierbare und nicht modifizierbare Faktoren lassen sich mit einem hohen Blutdruck in Verbindung bringen.

Alter und Geschlecht - Das Risiko einen hohen Blutdruck zu entwickeln nimmt mit dem Alter zu, und diese Diagnose ist bei Männern häufiger als bei Frauen gestellt.

Familiengeschichte - Bluthochdruck kommt in der Regel in der Familie vor.

Übergewicht - Die Ansammlung von Fettgewebe löst eine Kaskade von physischen, metabolischen und nervösen Reaktionen aus, die zu einem Anstieg des Blutdrucks führen.

Bewegungsmangel - Regelmässige körperliche Aktivität schützt nicht nur vor Übergewicht, sondern senkt auch die Herzfrequenz, wodurch Herz und Blutgefässe weniger belastet werden.

Alkohol und Tabakkonsum - Übermässiger Alkoholkonsum kann das Risiko von Bluthochdruck erhöhen, indem es den Ionenhaushalt, den Cortisolspiegel und andere Mechanismen, die an der Blutdruckregulierung beteiligt sind, beeinträchtigt. Das Nikotin erhöht vorübergehend den Blutdruck, während andere im Tabak enthaltene Stoffe die Arterienwände schädigen und zu Arteriosklerose führen können.

Ernährung - Eine übermässige Natriumzufuhr führt dazu, dass sich Flüssigkeiten im Körper ansammeln und der Blutdruck steigt. Gleichzeitig trägt Kalium zum Ausgleich der Natriumkonzentration in den Zellen bei. Lebensmittel, die reich an Kalium sind, sind zum Beispiel Bananen, Avocados, Linsen, Kartoffeln und Brokkoli.

Stress – Stark belastende Situationen können eine Erhöhung des Cortisolspiegels und einen vorübergehenden Anstieg des Blutdrucks verursachen; sie begünstigen zudem weitere stressbedingte Gewohnheiten wie übermässiges Essen und Tabakkonsum.

 

Welche Massnahmen und Medikamente stehen zur Verfügung und wann werden sie eingesetzt?

Die Basis aller Therapiestrategien besteht in der Änderung des Lebensstils. Je nachdem, wie hoch der Blutdruck ist und welche Risikofaktoren vorliegen, kann der Arzt bzw. die Ärztin ausserdem blutdrucksenkende Medikamente verschreiben. Bei nur leicht erhöhten Werten (<160/100 mmHg) und keine Erkrankung der Koronararterien oder der Nieren oder organische Schäden durch Bluthochdruck, wird die Wirksamkeit von nicht-medikamentöser Massnahmen oft zuerst einige Monate lang evaluiert und Medikamente nur dann eingesetzt, wenn diese unzureichend sind. Sollte die Hypertonie durch eine Grunderkrankung (sekundärer Bluthochdruck) verursacht werden, dann wird diese zunächst behandelt.

 

Das kann man selbst tun:

  • Ernährung - Reduzierung der Salzaufnahme auf maximal 6 g pro Tag und Förderung des Verzehrs von Obst, Gemüse und fettarmen Milchprodukten.
  • Alkohol - Es wird empfohlen, nicht mehr als ein alkoholisches Getränk pro Tag für Frauen und zwei für Männer zu geniessen.
  • Bewegung - Wenn nichts dagegenspricht, mindestens 30 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Tag treiben.
  • Körpergewicht - Erhaltung eines gesunden Körpergewichts (Body-Mass-Index < 25).
  • Rauchstopp
  • Gesättigte Fettsäuren reduzieren, pflanzliche Öle mit ungesättigten Fettsäuren verwenden.
  • Medikamente überprüfen.
  • Stress abbauen, Entspannungstechniken.
  • Regelmässige Selbstkontrolle des Blutdrucks.

 

Blutdrucksenkende Medikamente werden nach ihrem Wirkmechanismus im Körper eingeteilt. Manche sind bei bestimmten Begleiterkrankungen besser geeignet als andere und Kombinationen von zwei oder mehreren Wirkstoffen sind, mit wenigen Ausnahmen, möglich.

 

ACE-Hemmer - Wirken durch die Hemmung eines Enzyms namens Angiotensin-Converting-Enzym (ACE) und entspannen die Blutgefässe, indem sie die Bildung eines natürlichen Hormons blockieren. ACE-Hemmer werden während der Schwangerschaft nicht verwendet, da sie negative Auswirkungen auf den Fötus haben können. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehört ein trockener Husten. Wirkstoffe die zur ACE-Hemmer-Klasse gehören enden mit dem Suffix «-pril».

AT1-Rezeptorantagonisten - Auch «Sartane» genannt, greifen im gleichen biologischen Prozess wie ACE-Hemmer an und sind auch für eine Behandlung während der Schwangerschaft nicht geeignet. Sartane werden zudem nie mit ACE-Hemmer kombiniert, da dies zu verstärkten Nebenwirkungen und keinem zusätzlichen therapeutischen Nutzen führt.

Diuretika - Sind harntreibende Medikamente, die die Ausscheidung von Wasser über die Nieren fördern. Diuretika sind je nach ihrem Wirkmechanismus in verschiedene Unterklassen eingeteilt und werden häufig auch zur Behandlung von Ödemen eingesetzt. Der Elektrolythaushalt sollte während der Behandlung überwacht werden, da einige Ionen im Übermass mit dem Urin ausgeschieden werden können.

Betablocker - Reduzieren die Arbeitsbelastung des Herzes, so dass es langsamer und mit weniger Kraft schlägt, und erweitern die Blutgefässe. Die Wirkstoffe dieser Gruppe unterscheiden sich nach der Selektivität für die verschiedenen beta-adrenerge Rezeptoren und ihre Namen enden immer mit dem Suffix «-olol». Betablocker werden in der Regel in Kombination mit anderen Antihypertensiva eingesetzt oder wenn gleichzeitig weitere Beschwerden wie Herzinsuffizienz, Angina pectoris oder Tachykardie bestehen.

Kalziumantagonisten - Wirken auf die glatte Muskulatur der Arterien, indem sie diese entspannen und so das Lumen erweitern. Einige Kalziumantagonisten drosseln die Herztätigkeit und haben somit ähnliche Wirkungen wie Betablocker, Vorsicht ist daher bei der Kombination geboten.

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