Nervensystem
Antiparkinsonmittel

Mehr als 15.000 Menschen in der Schweiz sind davon betroffen und die meisten Diagnosen werden bei einem Alter von über 60 Jahren gestellt. Die Parkinson-Krankheit ist daher eine der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen und da die Inzidenz mit dem Alter zunimmt, die Anzahl der Betroffenen wird voraussichtlich steigen. Männer haben ein 1,5-mal höheres Risiko, Parkinson zu entwickeln als Frauen und nur in weniger als 10 % der Fälle werden genetische Faktoren gefunden, die auf eine Vererbung der Störung hinweisen. [1] [2]

Die Parkinson-Krankheit, auch Morbus Parkinson genannt, ist eine progressive degenerative Störung, die gewisse Regionen des Gehirns betrifft.

Durch den Untergang von Nervenzellen kommt es zu einer fortschreitenden Verschlechterung der motorischen Fähigkeiten, die sich später auch zu Störungen der Kognition, des Denkens und der Regulation innerer Prozesse durch das autonome Nervensystem entwickeln kann. Die Parkinson-Krankheit ist derzeit nicht heilbar; es stehen allerdings Medikamente zur Verfügung, die die Symptomatik erheblich verbessern können.

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Was ist genau die Parkinson-Krankheit?

Dopamin ist ein Botenstoff, der unter anderem dazu beiträgt, Körperbewegungen zu kontrollieren und zu koordinieren. Die Parkinson-Krankheit wird durch einen Verlust von Dopamin-produzierenden Nervenzellen in einer bestimmten Region des Gehirns (Substantia Nigra), die an der Kontrolle von Bewegungen beteiligt ist, verursacht. Dies führt dazu, dass die Bewegungen langsam und abnormal werden.

Was genau der Grund für den Untergang der Neuronen ist, bleibt jedoch immer noch Thema der Forschung. Einige genetische und umweltbedingte Faktoren stehen möglicherweise mit der Störung in Verbindung, aber diese sind nur in einer Minderheit der Fälle offensichtlich.

Parkinson-ähnliche Symptome können dagegen manchmal auf andere, genau definierte Ursachen zurückgeführt werden:

Medikamente (medikamenteninduzierter Parkinsonismus) - Die Symptome treten nach der Anwendung bestimmter Medikamente auf, zum Beispiel einiger Neuroleptika, und bessern sich in der Regel, wenn sie abgesetzt werden.

Zerebrovaskuläre Erkrankungen - Wenn ein Schlaganfall Schäden in bestimmten Teilen des Gehirns verursacht, können sich Parkinson-ähnliche Symptome entwickeln.

 

Wie äussert sich die Parkinson-Krankheit?

Der Verlust von Nervenzellen ist ein langsamer Prozess und die typischen Symptome der Parkinson-Krankheit treten in der Regel erst dann auf, wenn die Mehrheit der Zellen in der Substantia Nigra untergegangen ist. Oft beginnen die Anzeichen nur an einer Seite des Körpers und können von Person zu Person unterschiedlich sein.

Es gibt jedoch 3 Hauptsymptome, die besonders häufig vorkommen:

Zittern (Tremor) - Tritt vor allem in Ruhe auf, wenn die Muskeln entspannt sind, und verbessert sich bei aktiven Bewegungen. Das Zittern beginnt meist in den Händen und der sogenannte «Pillendreher-Tremor», was ein ständiges Reiben des Daumens am Zeigefinger bezeichnet, wird oft beobachtet.

Bewegungsverlangsamung (Bradykinese/Akinese) - Die körperlichen Bewegungen sind langsamer als normal, was zu einem charakteristischen kleinschrittigen Gang führt und alltägliche Aufgaben erschweren kann. Mit dem Fortschreiten der Krankheit werden die Bewegungsfunktionen zunehmend eingeschränkt.

Muskelsteifheit (Rigor) - Die Spannung in den Muskeln ist ständig erhöht, was zu Schwierigkeiten bei der Mimik, gebeugte Haltung und steife Arme, die beim Gehen nicht mitschwingen, führt.

Eine Reihe von weiteren körperlichen und psychiatrischen Symptomen können ebenfalls mit der Parkinson-Krankheit verbunden sein und umfassen:

  • Gleichgewichtsstörungen
  • Beeinträchtigung des Geruchssinns
  • Neuropathische Schmerzen
  • Veränderungen beim Sprechen (leise Stimme) und Schreiben (kleiner Schrift)
  • Harninkontinenz und/oder Verstopfung
  • Erektionsstörung bei Männern
  • Schluckbeschwerden
  • Depression und Angstzustände
  • Kognitive Beeinträchtigung und Demenz

Einige dieser Anzeichen können schon Jahre vor den typischen Bewegungsstörungen auftreten. Eine rechtzeitige medizinische Abklärung kann daher wichtig sein, um die Ursache festzustellen und die am besten geeigneten Massnahmen zu ergreifen.

 

Wie kann die Parkinson-Krankheit behandelt werden?

Die Parkinson-Krankheit kann heutzutage nicht geheilt werden, aber unterstützende Therapien und bestimmte Medikamente können dazu beitragen, die Symptome zu kontrollieren und eine gute Lebensqualität zu erhalten. In einigen fortgeschrittenen Fällen kann auch eine Operation angezeigt sein. Regelmässige Besuche bei den Spezialisten sind daher wichtig, damit der Verlauf überwacht und die beste Vorgehensweise gewählt werden kann.

Unterstützende Therapien zielen darauf ab, das Leben mit der Parkinson-Krankheit zu erleichtern und den Umgang mit den Symptomen im Alltag zu verbessern. Diese können umfassen:

Physiotherapie - Hilft dabei, Muskelsteifheit und Gelenkschmerzen zu lindern, um Bewegungen zu erleichtern und die Selbstständigkeit bei täglichen Aktivitäten zu erhalten.

Logopädie - Es befasst sich mit Schwierigkeiten beim Sprechen und Schlucken und zielt darauf ab, durch spezifische Übungen Störungen und Einschränkungen zu verringern.

Mit bestimmten Medikamenten können die Hauptsymptome der Parkinson-Krankheit, wie das Zittern und die Bewegungsstörungen, verbessert werden. Diese wirken durch die Erhöhung der Dopamin-Aktivität im Gehirn oder durch das Imitieren seiner Funktion.

Levodopa - Ist das wirksamste Medikament gegen die Parkinson-Krankheit und ist eine natürlich vorkommende Substanz, die im Körper zu Dopamin umgewandelt wird. Levodopa wird mit einem sogenannten «L-DOPA-Decarboxylasehemmer» kombiniert (beispielsweise Benserazid), die es vor einer vorzeitigen Umwandlung ausserhalb des Gehirns schützt. Dadurch werden die peripheren Nebenwirkungen reduziert und die Verfügbarkeit von Levodopa für die Gehirnzellen erhöht. Die Therapie wird mit niedrigen Dosen begonnen, die dann schrittweise bis zum Erreichen einer zufriedenstellenden Wirkung erhöht werden. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören unter anderem Erregtheit, Schlafstörungen und niedriger Blutdruck.

Levodopa führt oft zu Beginn der Therapie zu einer grossen Verbesserung der Symptome, aber nach einigen Jahren lässt die Wirkung nach und es können höhere Dosierungen oder Kombinationen mit anderen Medikamenten erforderlich sein.

Dopamin Agonisten - Diese Medikamente imitieren die Dopaminwirkung im Gehirn und umfassen zum Beispiel den Wirkstoff Rotigotin. Wie bei Levodopa wird die Dosis schrittweise erhöht und manche Nebenwirkungen sind ähnlich. Dopamin Agonisten sind dazu auch mit zwanghaftem Verhalten wie Spielsucht und einem übermässig gesteigerten Interesse an Sex sowie mit Schlafattacken verbunden. Vor allem während der Dosissteigerung kann es zu plötzlicher Schläfrigkeit kommen; die Fahrtüchtigkeit sollte deswegen mit dem Arzt resp. der Ärztin evaluiert werden.

Monoaminoxidase-B Hemmer (MAO-B Hemmer) - Wirken, indem sie den Dopaminabbau im Gehirn durch Hemmung des Enzyms MAO-B reduzieren. Diese Medikamente können als Monotherapie oder als Zusatz zu Levodopa bei Schwankungen der Wirkung eingesetzt werden. Zu den MAO-B-Hemmer gehört der Wirkstoff Rasagilin und die häufigste Nebenwirkung ist Kopfschmerz.

Bestimmte Gewohnheiten können sich ebenfalls positiv auf manche Aspekte der Parkinson-Krankheit auswirken.

Gesunde Ernährung - Der Verzehr von ballaststoffreichen Lebensmitteln und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr können Verstopfungen vorbeugen, die bei der Parkinson-Krankheit häufig auftreten.

Körperliche Aktivität - Bewegung kann die Muskelkraft, die Flexibilität und das Gleichgewicht verbessern und gleichzeitig die Stimmung aufhellen und den Stress abbauen. Idealerweise wird gemeinsam mit dem Arzt bzw. der Ärztin oder Physiotherapeuten bzw. Physiotherapeutin ein geeigneter Aktivitätsplan erstellt, der auf dem Allgemeinzustand und den motorischen Fähigkeiten basiert. Dazu können zum Beispiel Spaziergänge, Yoga und Gartenarbeit gehören.

 

[1] https://www.parkinson.ch/parkinsonkrankheit/was-ist-parkinson (13.04.2022)

[2] https://www.parkinson.org/Understanding-Parkinsons/Statistics (13.04.2022)

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